Sandakan liegt ganz im Osten von Sabah, Sabah ist nach Sarawak das zweitgrößte Bundesland von Malaysia. Vom Flugzeug aus betrachtet besteht Sabah fast nur aus Dschungel, vereinzelten kleinen Dörfern oder Höfen und sonst nur Wald. Allerdings wurde in den letzten Jahrzehnten trotz Umweltschutzaktionen ein Großteil des natürlichen Waldes wegen des Tropenholzes abgeholzt und durch den Anbau von Ölpalm-Plantagen zur Gewinnung von Palmöl ersetzt.
In Sabah gibt es noch viele andere ethnische Gruppen (insgesamt ca. 30), wie zum Beispiel die Kadazan und Iban. Diese beiden Gruppen und viele andere werden auch als Ureinwohner Borneos bezeichnet. Ich empfand Sabah als ganz anders als Westmalaysia, die Menschen sind offener, westlicher, die verschiedenen Religionen und Kulturen sind viel gemixter und alle zusammen verstehen sich viel besser. In Sabah lebt – verglichen mit den Bundesstaaten auf der malayischen Halbinsel – neben der islamischen und chinesischen Bevölkerung ein großer Anteil mit christlichem Glauben. Sabah ist eher so, wie ich mir Malaysia vorgestellt habe – so wie Malaysia nach außen hin dargestellt wird.
Orang Utans Und unser Programm war spitze! Das meiste hatte natürlich mit Urwald und Tieren zu tun. So durften wir in einem Naturschutzzentrum Orang Utans anschauen und in freier Wildbahn beobachten. Diese wunderschönen Tiere kamen freiwillig – nur mit Essen angelockt. Das heißt wir waren drei Meter von ihnen entfernt, total toll! Orang Utans kamen ursprünglich auch aus Borneo, Orang Utan heißt übersetzt Waldmensch, ich finde den Namen richtig passend!
Außerdem waren wir auf einem Fluss Boot fahren – natürlich mit Führer, an beiden Ufern dichter Urwald – und konnten deshalb die verschiedenen Tiere vom Boot aus beobachten, wie zum Beispiel Schlangen, einen kleinen Leguan, riesige Wildschweine, Affen und einige andere Tiere.
Und das eindeutig beste Erlebnis war ein Trip zu Turtle Island, einer Schildkröten-Aufzuchtstation und ganz tollen Stränden. Da wir nicht so viel bezahlen wollten, sind wir mit kleinen Fischerbooten ca. eine Stunde über das offene Meer gefahren
Dann bin ich auch noch mit meiner dortigen Familie zwei Tage nach Kota Kinabalu (KK) gefahren, der Hauptstadt von Sabah. KK erinnert mich ein bisschen an einen Mix zwischen KL und Bangkok, nur natürlich viel kleiner (ca. 450.000 Einwohner). Dort war ich mit meiner Familie in einem traditionellen Dorf (‘Cultural Village’) der Kadazan , einer Ureinwohnergruppe von Sabah. Kadazan waren früher u.a. Kopfjäger, es gibt immer noch bis zu 300 Jahre alte Schädel dort zu sehen. Sie griffen allerdings nicht andere Menschen an, wie ich mir als Kind vorgestellt habe, sondern verteidigten nur ihr Dorf gegen Eindringlinge. Die Kadazan stellten die Schädel im Dorf zur Schau, um zu beweisen, wie stark sie sind, um Respekt zu bekommen und auch um Frauen zu imponieren und um sie zu werben.
Insgesamt hat mir und allen anderen aus der Gruppe Sabah total gut gefallen, alle haben sich sehr wohl gefühlt und zurück am Flughafen wurden beim Abschied viele Tränen vergossen



Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen