Donnerstag, 9. Februar 2012

Silvester am Strand ;)

Zwei Tage nachdem ich dann wieder Zuhause (Kangar/Perlis) angekommen bin, fuhr ich mit den anderen Austauschschülern noch einmal nach Langkawi (Insel), um dort Silvester zu feiern :) . Insgesamt waren wir dann 8 Deutsche, 3 Italiener, 2 Belgier, ein Ungar und die Gastfamilie von einer Belgierin, bei der wir alle gewohnt haben. Es war wirklich toll, wir haben für die Zeit in einem kleinen Haus gelebt, insgesamt ca. 20 Menschen, in der Nacht hat die Hälfte auf dem Boden geschlafen und wir haben das ganze Wohnzimmer gebraucht, um alle zusammen auf dem Boden essen zu können.
Baden am Wasserfall (Silvester/Langkawi)
Da ist wieder diese unglaubliche Gastfreundschaft, über die ich immer wieder staunen kann! Die Tochter der Gastfamilie, die auch freiwillig bei AFS arbeitet, hat uns dann Langkawi gezeigt. Wir durften zum Beispiel zusammen bei einem Wasserfall schwimmen gehen, neben dem die Familie ein Restaurant hat, sodass wir zuerst bei ihnen gegessen und schließlich im extrem kaltem Wasser gebadet haben.
Und wir haben auf Langkawi auch Silvester in dem Hotel gefeiert, in dem die Gasttochter arbeitet. Dort gab es ein riesiges Buffet mit wirklich allem, was das Herz begehrt. Natürlich Roti Canai (indisches-malayisches „Brot“, ich würde es eher als eine Art gefaltete Crèpe bezeichnen mit Currysoße und Fleisch oder mit einer süßen „Milch“, schmeckt wie ein Milch-Honig-Sirup-Gemisch, aber sehr lecker und süß) und andere malaysische Spezialitäten, aber auch italienisch mit Lasagne und Spaghetti, Fisch-, Wurst-, Brot- und Käseplatten (es tat unglaublich gut, mal wieder gutes Brot und so weiter zu essen, da es das normalerweise hier nicht gibt), alle Arten von Meeresfrüchten, arabische Spezialitäten und gegrilltes Fleisch. Zusätzlich eine tolle Auswahl an Früchten, als Nachtisch Kuchen und verschiedene kleine süße Teilchen, Eis und so weiter. Nach diesem wunderbaren Essen waren wir dann am Strand und haben den ganzen Abend bei Livemusik getanzt und die letzten Stunden von 2011 genossen. Um Mitternacht standen wir am Strand, haben die Feuerwerke von mehreren Hotels am Strand beobachtet und sind dann wieder tanzen gegangen. Ein „etwas“ anderes Silvester, wie ich es von Deutschland gewohnt bin :)

Weihnachten bei 30 Grad ;)

Merry Christmas and a happy new year,

Selamat hari krismas dan selamat tahun baru,

Frohe Weihnachten und ein frohes Neues Jahr :)

Als erstes möchte ich noch verspätet über meine Advents- und Weihnachtszeit hier in Malaysia berichten. Vom Advent habe ich nämlich dieses Jahr nicht viel gemerkt. Bei schwülen 30 Grad, mit einer muslimischen Familie, keinen Weihnachtsplätzchen, ganz zu schweigen von einem Adventskranz oder ähnlichem, ist es wirklich schwer, in Weihnachtsstimmung zu kommen. Aber ich habe einen lieben Adventskalender aus Deutschland geschickt bekommen, also konnte ich mir immerhin ungefähr vorstellen, dass ich normalerweise jetzt Kerzen anzünden, auf Weihnachtsmärkte gehen, Plätzchen backen und den letzten Schulstress vor den Ferien bewältigen würde. Und ich habe realisiert, wie die Zeit rast, da ich in den ersten 2 Wochen der Adventszeit noch in den Schulferien verreist war (letzter Bericht).
Meine Großfamilie und ich (lila Kopftuch vorne links) auf der Hochzeit
Schließlich bin ich am 23. Dez. 2011 mit meiner Gastfamilie nach Kuala Lumpur gefahren, da am 24.12. (ja, an Heiligabend) ein Cousin meiner Familie geheiratetet hat und meine Familie eingeladen war. Also saß ich am Weihnachtsmorgen im Baju Kurung (trad. muslimische Kleidung) und mit Kopftuch im Auto, um – normalerweise zwei, da aber Feiertag war drei Stunden – nach Negeri Sembilan, einem anderen Bundesland zu fahren. Eigentlich ist es nicht direkt die Hochzeit, sondern eine Art Feier nach der Hochzeit, genannt Kanduri, bei der alle Verwandten und Bekannten zusammenkommen und dort das typische Kanduri Essen genießen: Reis mit Curry (Hühnchen mit Currysoße und Kartoffeln), Rendang (Rindfleisch in Soße) und dieses Mal sogar gegrilltes Rehfleisch. Die Kanduri läuft dann ab wie immer (ich gehe ungefähr alle 2 Wochen auf eine): Zuerst müssen wir das Haus finden, da wir meistens noch nie bei der Familie zu Besuch waren, ist aber kein Problem, da manchmal schon Straßen davor die Autos Schlange stehen. Sind wir dann angekommen, gehen wir zuerst die Elten begrüßen, dann sucht man sich einen Platz unter den Zelten (diese haben meistens sogar Ventilatoren) und geht dann zum Büfett, um sich sein Essen zusammenzustellen. Dann isst man, redet mit Freunden oder anderen Verwandten, nach dem Essen geht man dann ins Haus, um die Braut und den Bräutigam zu sehen, Fotos zu machen und die Geschenke zu bestaunen. Danach bekommt man ein kleines Dankeschön-Geschenk, wie meistens ein paar kleine Schokoladen oder Taschentücher oder Bonbons, in kleinen bunten Schächtelchen.
Meine Nichte und ich auf der Hochzeit
Danach sind wir dann wieder nach Hause (in diesem Fall die Wohnung eines Schwagers in KL) gefahren, was allerdings alles andere als angenehm war, da meine Familie mit zwei Autos gefahren ist und das andere Auto in einen Unfall verwickelt wurde. Zwei Autos sind auf der Autobahn miteinander kollidiert und alle Beteiligten hatten großes Glück, dass niemand ernsthaft verletzt wurde, obwohl nur der Fahrer angeschnallt war … Deshalb mussten wir dann erst einmal zur Polizei, um einen Bericht zu erstatten. So etwas dauert normalerweise an Feiertagen ziemlich lange, da wir jedoch gute Kontakte hatten, waren wir nach ‘nur’ zwei Stunden fertig. Anschließend mussten wir dann das Auto in eine Werkstatt bringen (die natürlich an Weihnachten um 21 Uhr geschlossen war), haben hier dann noch einmal eine Stunde gewartet, anschließend das Weihnachtsessen auf der Raststätte eingenommen und sind dann schließlich um halb zwölf in der Wohnung des Schwagers angekommen, wo wir alle total erschöpft schlafen gegangen sind. Ich hatte mich eigentlich darauf vorbereitet, an Weihnachten richtiges Heimweh zu bekommen und das der Tag wirklich schwer würde, aber überraschenderweise hatte ich keine Probleme, was vielleicht daran liegt, dass es einfach so anders war, dass ich gar keine Chance hatte, an Weihnachten zu denken. Trotzdem habe ich mich sehr gefreut, dass meine Schwestern mir am nächsten Tag kleine Geschenke überreicht haben und wir in eine Shoppingmall gefahren sind, in der eine Weihnachtsausstellung war :)