Merry Christmas and a happy new year,
Selamat hari krismas dan selamat tahun baru,
Frohe Weihnachten und ein frohes Neues Jahr
Als erstes möchte ich noch verspätet über meine Advents- und Weihnachtszeit hier in Malaysia berichten. Vom Advent habe ich nämlich dieses Jahr nicht viel gemerkt. Bei schwülen 30 Grad, mit einer muslimischen Familie, keinen Weihnachtsplätzchen, ganz zu schweigen von einem Adventskranz oder ähnlichem, ist es wirklich schwer, in Weihnachtsstimmung zu kommen. Aber ich habe einen lieben Adventskalender aus Deutschland geschickt bekommen, also konnte ich mir immerhin ungefähr vorstellen, dass ich normalerweise jetzt Kerzen anzünden, auf Weihnachtsmärkte gehen, Plätzchen backen und den letzten Schulstress vor den Ferien bewältigen würde. Und ich habe realisiert, wie die Zeit rast, da ich in den ersten 2 Wochen der Adventszeit noch in den Schulferien verreist war (letzter Bericht).

Meine Großfamilie und ich (lila Kopftuch vorne links) auf der Hochzeit
Schließlich bin ich am 23. Dez. 2011 mit meiner Gastfamilie nach Kuala Lumpur gefahren, da am 24.12. (ja, an Heiligabend) ein Cousin meiner Familie geheiratetet hat und meine Familie eingeladen war. Also saß ich am Weihnachtsmorgen im Baju Kurung (trad. muslimische Kleidung) und mit Kopftuch im Auto, um – normalerweise zwei, da aber Feiertag war drei Stunden – nach Negeri Sembilan, einem anderen Bundesland zu fahren. Eigentlich ist es nicht direkt die Hochzeit, sondern eine Art Feier nach der Hochzeit, genannt Kanduri, bei der alle Verwandten und Bekannten zusammenkommen und dort das typische Kanduri Essen genießen: Reis mit Curry (Hühnchen mit Currysoße und Kartoffeln), Rendang (Rindfleisch in Soße) und dieses Mal sogar gegrilltes Rehfleisch. Die Kanduri läuft dann ab wie immer (ich gehe ungefähr alle 2 Wochen auf eine): Zuerst müssen wir das Haus finden, da wir meistens noch nie bei der Familie zu Besuch waren, ist aber kein Problem, da manchmal schon Straßen davor die Autos Schlange stehen. Sind wir dann angekommen, gehen wir zuerst die Elten begrüßen, dann sucht man sich einen Platz unter den Zelten (diese haben meistens sogar Ventilatoren) und geht dann zum Büfett, um sich sein Essen zusammenzustellen. Dann isst man, redet mit Freunden oder anderen Verwandten, nach dem Essen geht man dann ins Haus, um die Braut und den Bräutigam zu sehen, Fotos zu machen und die Geschenke zu bestaunen. Danach bekommt man ein kleines Dankeschön-Geschenk, wie meistens ein paar kleine Schokoladen oder Taschentücher oder Bonbons, in kleinen bunten Schächtelchen.

Meine Nichte und ich auf der Hochzeit
Danach sind wir dann wieder nach Hause (in diesem Fall die Wohnung eines Schwagers in KL) gefahren, was allerdings alles andere als angenehm war, da meine Familie mit zwei Autos gefahren ist und das andere Auto in einen Unfall verwickelt wurde. Zwei Autos sind auf der Autobahn miteinander kollidiert und alle Beteiligten hatten großes Glück, dass niemand ernsthaft verletzt wurde, obwohl nur der Fahrer angeschnallt war … Deshalb mussten wir dann erst einmal zur Polizei, um einen Bericht zu erstatten. So etwas dauert normalerweise an Feiertagen ziemlich lange, da wir jedoch gute Kontakte hatten, waren wir nach ‘nur’ zwei Stunden fertig. Anschließend mussten wir dann das Auto in eine Werkstatt bringen (die natürlich an Weihnachten um 21 Uhr geschlossen war), haben hier dann noch einmal eine Stunde gewartet, anschließend das Weihnachtsessen auf der Raststätte eingenommen und sind dann schließlich um halb zwölf in der Wohnung des Schwagers angekommen, wo wir alle total erschöpft schlafen gegangen sind. Ich hatte mich eigentlich darauf vorbereitet, an Weihnachten richtiges Heimweh zu bekommen und das der Tag wirklich schwer würde, aber überraschenderweise hatte ich keine Probleme, was vielleicht daran liegt, dass es einfach so anders war, dass ich gar keine Chance hatte, an Weihnachten zu denken. Trotzdem habe ich mich sehr gefreut, dass meine Schwestern mir am nächsten Tag kleine Geschenke überreicht haben und wir in eine Shoppingmall gefahren sind, in der eine Weihnachtsausstellung war