Freitag, 2. Dezember 2011

Reisernte, das ist ein Spaß :P

Ein Laden für traditionelle Kleidung (Baju Melayu, Baju Kurung und Kopftücher)
Außerdem haben die anderen Austauschschüler an einem Tanzkurs teilgenommen (ich konnte nicht mitmachen, da ich von den anderen Austauschschülern zu weit entfernt wohne) und dann auch an einem Wettbewerb mitgemacht. Alle Gruppen haben jeweils eine andere Choreografie desselben Liedes geprobt und führten sie dann nacheinander auf. Da ich ja nicht mitgeübt habe, schaute ich mit den anderen AFS-Leuten zu, machte Fotos und drehte kleine Filme. Zu der Aufführung gehörte allerdings nicht nur das eigentliche Tanzen, sondern auch Kostüme, Frisuren und Make-up, damit auch wirklich alles stimmt. Natürlich war es für alle Malayen ein tolles Erlebnis, “orang putih” (weisse Menschen) einen traditionellen malayischen Tanz tanzen zu sehen und wir kamen damit sogar ins Fernsehen (die anderen Austauschschüler mit dem Tanz, ich wurde – das erzählte mir dann meine Lehrerin – immer in den Pausen zwischen den Tänzen gezeigt, da ich ja ein “weisser Zuschauer“ war) und in die Zeitung.
Alle im Reisfeld...
Wie schon einmal erwähnt, ist hier in Malaysia Reis das Grundnahrungsmittel, weshalb es unser Chapter notwendig fand, dass wir auch lernen, was für eine Arbeit der traditionelle Reisanbau eigentlich ist. Also haben wir auch die traditionelle Reisanbaukleidung (Sarong: ein langes Tuch, das man – besonders häufig im Dorf – als Rock anzieht) als Rock und Kopftuch, und als T-Shirt Baju Kedah, ein gemustertes weites Hemd) angezogen.
Anschließend sind wir – vor den Augen der Frau des Königs und mindestens 10 Fotografen – barfuß ins Reisfeld gestiegen. Ja, ich schreibe bewusst IN das Reisfeld, da Reisfelder ja immer mit Wasser geschwemmt sind und wir dann kniehoch im Matsch standen ;-) ! Was für ein Gefühl! Allerdings wurde uns vorher gesagt, dass es in den Reisfeldern Wasserschlangen, Fische, Blutegel und Schnecken gibt, weshalb alle lieber nicht so lange auf einer Stelle stehengeblieben sind. Schnecken gab es wirklich viele, die Fische haben wir wahrscheinlich verscheucht, aber zum Glück ist keiner von uns auf einen Blutegel oder eine Wasserschlange gestoßen, also weiß ich nicht, ob das nur ein Gerücht war oder ob sie wirklich im Reisfeld leben.
Nach dem Reisanpflanzen wird dann noch das typische Fotoshooting mit alle Austauschschülern, AFS-Betreuern und allen anderen wichtigen Personen gemacht. Das Resultat: Am nächsten Tag sind wir das zweite Mal in einer Woche mit Bild und Artikel in der Zeitung zu sehen ;-)
Viele Grüße aus dem immer-warmen Malaysia (ca. 32 Grad Celsius) Sophie

Deepavali mit Daniela :)

In der letzten Oktoberwoche hatten wir Schulferien, da Deepavali (wörtlich übersetzt: Lichterreihe), das Fest der Lichter, von den Indern gefeiert wurde. Die Inder machen rund 10 % der Bevölkerung West-Malaysias aus. Die meisten Inder kamen erst im 20. Jahrhundert, um in den Plantagen (z.B. Tee, Gummi) zu arbeiten. Eine andere Austauschschülerin und ich hatten das Glück, dieses Fest in einer indischen Familie verbringen zu dürfen. Die Familie lebt in einer kleinen Wohnsiedlung, in der, was mich sehr erstaunt hat, Malayen, Chinesen und Inder zusammen wohnen. In dem Dorf meiner Gastfamilie wohnen ausschließlich Malayen. Die indische Familie war einfach super nett.
Zugegeben, zuerst waren wir etwas geschockt, weil die Familie (Eltern, 1 Sohn und 3 Töchter) auf geschätzten 50 qm² wohnt und ich kam mir in der ersten halben Stunde einfach total zusammengedrängt und eingesperrt vor, aber als wir uns dann etwas einlebten, war ich wirklich überrascht: Wenn man sich vorstellt, dass die Familie relativ spontan gefragt wurde, ob sie 2 Studenten aufnimmt, um ihnen Deepavali und die indische Kultur zu zeigen und die Familie direkt ja sagt, eines der 2 Schlafzimmer für uns räumt und total nett, aufgeschlossen und hilfsbereit ist, so ist das wirklich unglaublich gastfreundlich!
Indischer Gebetstisch
Und es war wirklich eine tolle Zeit! Wir kamen am 25.10. an, also dem Tag vor Deepavali, haben noch die typischen Vorbereitungen für den nächsten Tag mitbekommen, besuchten am Abend die Großeltern und haben schon mal unsere ersten indischen Eindrücke gewonnen, zum Beispiel hat jede Familie einen Gebetstisch, -schrank oder einfach ein Regalbrett.
Wir im Sari mit unserer indischen Gastfamilie im Tempel
Am nächsten Tag durften wir dann in Saris zu dem indischen Tempel fahren, da die Familie für ihre Götter beten wollte. Der Tempel war wirklich wunderschön, ganz viele Statuen von den Göttern und Gemälde, sehr viele Inder in tollen Kleidern und jeder war froh und lachte, eine tolle Atmosphäre.
Danach kehrten wir alle nach Hause zurück und haben andere, etwas bequemere indische Kleidung geschenkt bekommen, eine Art Kleid mit Hose, genannt Punjabee, wirklich schön.
Wir in Punjabee hinter dem Blumenmuster
Das eigentliche Fest lief dann ähnlich wie Hari Raya bei den Muslimen ab, es kamen Freunde und Verwandte, man selber ging auch alle Menschen besuchen, die man kennt und überall wurde einem etwas zum Essen angeboten. In einem Haus war auch ein traditionelles Blumenmuster auf den Boden gemalt, das dann mit gefärbtem Reis ausgefüllt wurde und Glück bringen soll.
Topai
Am nächsten Tag besuchten wir dann verschiedene “Geschwister”. Es war wirklich toll, man wird überall extrem nett und freundlich aufgenommen, wir bekamen überall die Bilder von wichtigen Ereignissen wie Hochzeiten zu sehen und natürlich zu essen, meistens Topai oder Reis mit Curry (Hühnchen in Currysoße). Topai ist eine Art Pfannkuchen, die man auch mit Curry oder Ziege isst. Sehr lecker! Ich habe an dem Tag ca. 6 Mal gegessen, davon 4 Mal Topai :-)
Eingang in die Höhle
Da wir uns wirklich gut mit der Familie verstanden haben, sind wir noch einen Tag länger dort geblieben, an dem sie uns eine Art buddhistischen Tempel zeigten. Allerdings war es nicht wirklich ein Tempel, sondern eine Höhle in einem Felsen. Innen ist alles schön ausgeleuchtet und es befanden sich überall, in kleinen Abständen, Gebetsnischen. Leider mussten wir dann am Nachmittag wieder gehen, aber es war trotzdem eine ganz tolle Erfahrung, eine andere Kultur in Malaysia so intensiv mitzubekommen und natürlich eine richtig schöne Zeit.

Bilder Malaysia

So, als Erstes möchte ich noch ein paar Fotos nachreichen, die wahrscheinlich mein Leben hier besser beschreiben können als noch ein Bericht:
Unser Haus…
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…meine Straße, in der ich wohne
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Unsere Küche…
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…Kochen für das Fastenbrechen in der Moschee
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